Fleisch – Wien Museum
Fleisch ist mehr als Nahrung – es ist Kultur, Identität, Statussymbol und zunehmend ein ethisches und ökologisches Reizthema. Die Ausstellung Fleisch im Wien Museum nimmt diese Vielschichtigkeit in den Blick und erzählt eine Wiener Kulturgeschichte: vom Schlachthof über den Sonntagsbraten bis zur Tierschutzbewegung und veganen Protestformen.
Gemeinsam mit Robert Rüf wurde das gestalterische Konzept der Ausstellung entwickelt. Großflächige Nahaufnahmen von Fleisch und Tier stehen im Zentrum – fragmentiert, lebendig und real – und kontrastieren bewusst mit einem klar strukturierten Layoutraster, das Orientierung und Systematik vermittelt.
Die Typografie unterstützt dieses Narrativ: Sie lehnt sich formal an Etiketten aus Verpackung, Transport und industrieller Verarbeitung an. Reduziert, funktional, beinahe anonym, spiegelt sie die Welt, in der Tiere zur Nummer, zum Produkt, zur Masse werden.
In der Ausstellungsgrafik treffen Körperlichkeit und Technik aufeinander – Textur auf Ordnung, Emotion auf System. Die Gestaltung schafft Räume für Reflexion, setzt gezielte Akzente und lässt die Besucher:innen die komplexe Beziehung zwischen Mensch, Tier und Gesellschaft erleben. Hier verschränkt sich visuelle Klarheit mit inhaltlicher Tiefe und macht die Ausstellung zu einem Ort der Wahrnehmung, des Nachdenkens und des Diskurses.



























